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MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

  1. #1
    Helmes63 Helmes63 ist offline

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    Frage MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten



    Guten Tag,

    ... MARDER als Schädiger von technischen Schläuchen ist hinlänglich in der Literatur beschrieben.
    Für mich gibt es aber immer noch einige unbewiesene Gerüchte welche in der Praxis auch nachgewiesen sein müssten :
    Auf dieser Grundlage sind die nachstehenden Fragen zum Thema MARDER zu verstehen :

    a) extrem hohe Beweglichkeit im freien Gelände :

    Ist es richtig, dass MARDER auch in der Lage sind über die Dachrinne in die Speicherräumlichkeiten von Gebäuden zu gelangen ?
    Dazu müssten sie auch über entsprechende haftfähige Krallen verfügen. Diese haben M. meines Wissens jedoch nicht !!!

    b) hohe Geburtenrate

    MARDER sollen in der Lage sein zwei bis drei mal Junge zu bekommen im Jahr. Daher die Angst vor einer sprunghaften, unkontrollierten Vermehrung ?

    c) Abstammungsthese

    Habe ich die Behauptung gehört, dass MARDER und Ratten die gleichen Vorfahren haben ; Diese jedoch im Gegensatz zu Ratten in der Nacht das freie Gelände aufsuchen.

    d) MARDER als Schreckgespenst für Autos.

    Das anknabbern von Kabel im Auto-Innenraum kommt nur bei Nahrungsknappheit vor. Daher kommt dieses Phänomen in der Praxis doch seltener vor als die Medien immer wieder behaupten.
    Sollte das zutreffen, wäre das eine Relativierung der Aussage dass MARDER dies aus sportiven Gründen tun.

  2. #2
    Wolke24 Wolke24 ist offline
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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    a, Marder können sehr gut klettern, kommen bei uns bis auf das Dach eines Stadels. Speicherräumlickeiten und Dachböden sind kein Problem für die Tiere wir haben seit vielen Jahren in diesem Stadel Marder

    b)die Geburtenrate stimmt, die Marder suchen sich irgendwann neue Reviere. Die meisten Tiere werden Opfer vom Verkehr, Vergiftungen der Menschen usw. alos sprunghafte Vermehrung ebenfalls nicht das regelt die Umwelt und die Natur. Alle Jungtiere überstehen die ersten Monate nicht mehr, weil nicht mehr genug Futter gefunden wird.

    c) Ratten sind am späten Abend ebenfalls unterwegs und man trifft tote Tiere auch auf Hauptstrassen an

    d) Die Marder haben einen ausgeprägten Spieltrieb und lieben warme Schläuche, doch meistens ist auch die Paarungszeit noch Auslöser für Besuche im Motorraum


    Revierkampf unter der Motorhaube DIE AUTOSEITE NRWZ.de

  3. #3
    Helmes63 Helmes63 ist offline

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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Bitte nennen Sie mir einmal einen Link über den ich hierzu mehr Details erfahren kann. Für die INFOS an dieser Stelle danke vorab.

  4. #4
    Wolke24 Wolke24 ist offline
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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Das sind Erfahrungen die ich mit Mardern jährlich mache, einfach mal googeln da findet man noch jede Menge Informationen. Jeder hat andere Suchkriterien was ihn interessiert über die Marder Helmes63

    http://www.karg-bugs.de/pdf/Informat...r%20Marder.pdf

  5. #5
    Plautzer Plautzer ist offline

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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Hallo Helmes,
    Wolke hat ja hier schon einiges geschrieben, ein paar Sachen möchte ich dem jedoch noch hinzu fügen.

    zu a ) stimmt, ist alles geschrieben, Baum.- und Steinmarder sind ausgezeichnete Kletterer!

    zu b ) stimmt nicht in diesem Ausmaß. Die Natur hat einen Wurf pro Fähe und Jahr vorgesehen. Es gibt normal nur eine Ranzzeit im Jahr. Sollte die Fähe früh in der Ranz gewesen sein und den Wurf verlieren, kann es einen zweiten Wurf geben. Ein dritter ist nicht möglich. Die durchschnittliche Wurfgröße beträgt 3 Welpen. Eine Sprunghafte Vermehrung ist sehr unwarscheinlich da wir auch heute bereits mehr Marderrüden als Reviere haben.

    zu c ) Schaut man weit genug in die Vergangenheit stimmts bestimmt, wir Stammen schließlich alle vom Quastenflosser ab. Jedoch gehören Ratten zu den Urweltmäusen und Marder zu den hundeartigen Raubtieren.

    zu d ) Stimmt nicht, hat mit Hunger nichts zu tun. Wie Wolke schon geschrieben hat, empfinden auch Marder ein warmes Plätzchen als sehr angenehm. Nun müssen wir etwas weiter ausholen. Nur Marderrüden gehen an Kühlerschläuche oder Zündkabel. Sie haben ein ausgeprägtes Revierverhalten und kennen "IHRE" Autos im Revier. Diese werden nahezu alle vom Revierrüden ( vorwiegend in der Paarungszeit ) markiert. Kommt nun ein Auto hinzu welches in einem anderen Revier stand und ( laut Markierung) "Besitz" eines anderen Revierrüden ist, so versucht der heimische Reviermarder die Spuren des Vorbesitzers zu vernichten ( die benannte Problematik ). Parkt man sein Auto jede Nacht auf dem selben Parkplatz, passiert nichts, es sein denn ein Nachbar kennt die Zusammenhänge des Kabelbeißens nicht, macht mit dem Auto irgendwo in Buxtehude Urlaub ( und lässt es von nem anderen Reviermarder markieren ) fährt zurück, bekommt nen Marderbiss im Motorraum und fängt euren angestammten Reviermarder weg. Dadurch entsteht ein freies Revier und viele Reviersuchende Rüden versuchen dies einzunehmen. In dem Fall hast Du auf gut Deutsch die Arschkarte gezogen, viele Marder beanspruchen ein freies Revier= viele Marderbisse innerhalb kurzer Zeit.

    Hoffe das reicht als Antwort, wenn nicht einfach Fragen.

  6. #6
    Wolke24 Wolke24 ist offline
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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    danke dir Plautzer für deine kompetente Antwort. Ich habe das nicht ausführlich genug geschrieben gehabt, das mit der Paarungszeit meinte ich auch so, und das markieren der Männchen in den Revieren.

    Wir haben seit vielen Jahren seit ich weiß (1977) Marder, Autos haben sie weitgehend in Ruhe gelassen. Kletterer sind sie sehr gute, denn man sieht im Winter die Spuren im Schnee auf unserem Stadeldach das doch sehr steil ist und sie leben seit vielen Jahren unter dem Dach dieses Stadels. Die Mäusepopulation hat sich hiermit geregelt, inzwischen erwischt man die Burschen auch am Abend in unserem Garten wenn sie schnell unter unserer Gartenbank durchhuschen.

    Man erkennt es, am Kot den sie hinterlassen im Garten und am Abend sieht man ab und zu die Tiere über die Straße huschen.
    Geändert von Wolke24 (11-09-2014 um 13:44 Uhr)

  7. #7
    Helmes63 Helmes63 ist offline

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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Zunächst einmal herzlichen Dank für die netten Zusatzinformationen : ich habe auch eine 5seitige Kompaktinformation zum Grundverhalten der MARDER
    gefunden. Das werde ich mir einmal in Ruhe zu gemüte führen.

    WOLKE24
    hat einen wichtigen Hinweis gegeben auf den ich unbedingt einmal eingehen sollte : nämlich die Nahrungsgrundlage der MARDER.
    Was gehört denn neben Mäusen sonst noch zu ihrer Nahrungsquelle ; sind MARDER auch an Speiseresten in Mülltonnen interessiert ?

    Meine ursprünglichen Ausführungen basieren auf den Grundgedanken, dass Nahrungsknappheit den MARDER zum Übermut motiviert und das
    für all die skurillen Gerüchte über ihn erklären.

  8. #8
    Wolke24 Wolke24 ist offline
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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Hallo Helmes63

    Dringt ein Steinmarder in Hühnerställe oder Taubenschläge ein, tötet er sehr oft alle Tiere, obwohl er meist nur ein oder zwei frisst oder fressen kann. Seltentöten die Tiere mehr als sie fressen, aber die Tötungsreflexe bei Mardern werden durch die herum flatternden Hühner die keine Fluchtmöglichkeit haben immer wieder neu ausgelöst, bis schließlich alle Tiere getötet sind. Leider haben wir diese Erfahrung einmal machen müssen, wie es in dem Hühnerstall ausgesehen hat möchte ich lieber hier nicht beschreiben. So manches Katzenbaby fällt den Mardern auch zum Opfer.

    Ebenfalls auf dem Speiseplan stehen Vögel und deren Eier, Reptilien, Lurche und Fische, aber auch Insekten, Krebstiere, Würmer und vieles mehr. An pflanzlicher Nahrung werden unter anderem Früchte, Nüsse und Knollen verzehrt. In der Nachbarschaft wurden Zwergkaninchen die Opfer von Mardern, wenn die Ställe nicht sicher gemacht werden. Unser Goldfische wurden auch schon von Mardern besucht, in einer Nacht sieben Fische die nur getötet wurden, daneben war der Kot von Mardern zu finden.

    Wenn Marder übermütig sind, motiviert sie bestimmt keine Nahrungsknappheit die sie meiner Meinung nach nicht haben. Gerade die Mäuse vermehren sich in den Städten zusehens, weil der Mensch immer leichtsinniger mit den Abfällen umgeht, das betrifft ebenso die Ratten die sich sprunghaft vermehren gerade in Wohngieten mit Komposthaufen.

    Wir hoffen deine Fragen zu deiner Zufriedenheit beantwortet zu haben.



    Grüße wolke24
    Geändert von Wolke24 (11-09-2014 um 15:54 Uhr)

  9. #9
    Helmes63 Helmes63 ist offline

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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Das wusste ich so nicht. Danke für die detaillierten Ausführungen.

    Allerdings habe ich den Eindruck, dass der MARDER ursprünglich nicht in den Innenstädten seine Heimat hat sondern dort doch wegen der Nahrungsgrundlage heimisch geworden ist.

    > ungeachtet dessen habe ich eine wichtige Frage hier vergessen :

    Die Plünderung von Vogelnester macht den MARDER wohl auch zum Feind der Naturschützer. Gibt es denn keine Konzepte dem MARDER ein eigenes naturbelassendes Gelände zuzuweisen ?

    > das wäre wohl die intelligente Lösung bevor irgendwelche Ausrottungsaufrufe in Deutschland die Runde machen.

  10. #10
    Wolke24 Wolke24 ist offline
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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Hallo Helmes, der Marder plündert Vogelnester aber nicht in dem Ausmaß das es die Vögelschützer wirklich stört. Der Marder ist nicht in den Innenstädten heimisch geworden, sondern so manches Dorf ist städtisch geworden. Den Marder in ein naturbelassendes Gelände zu verweisen funktioniert nicht, da er seine Reviere stets selbst aussucht und Unterschlupf in altem Mauerwerk, Dächern, Dachböden findet wie in unserem alten Stadel.

    Ausrottung der Marder befürchte ich wirklich nicht, da sind die verwilderten Hauskatzen die immer mehr werden die großere Gefahr für unsere Vogelwelt. Ebenso Glaspaläste die Vögel fliegen dagegen, Pestizide, Einschränkung des Lebensraum der Vögel usw.

  11. #11
    Plautzer Plautzer ist offline

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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Noch ein paar Worte meinerseits zur Nahrung der Marder.
    Fische zählen nicht dazu, sehen wir einmal von Nerzen und ottern ab. Auch sind steinmarder keine Wasserliebenden Tiere. Viel mehr gehen sie da an Fallobst und eben Würmer und Larven, neben den Mäusen, Ratten Aas und eben ab und zu geflügelter beute. Ein interessantes Beispiel habe ich noch. Nicht jeder Marder richtet im Hühnerstall ein Massaker an. Eine Freundin hat beweisfotos die zeigen wie ein Steinmarder in der Nacht in den Hühnerstall eindringt, sich ein Ei aus dem Nest holt und wieder verschwindet... Später mehr.

  12. #12
    Helmes63 Helmes63 ist offline

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    AW: MARDER : Verhalten zw. Realität und übertriebenen Gerüchten

    Im Prinzip scheint der MARDER aber ein Generalist zu sein im Hinblick auf seine Nahrungsgrundlage.
    Jedenfalls hörte ich das heraus. Das steigert natürlich seine Selbstbehauptungsfähigkeit in Deutschland allgemein.

    Ihm wieder mehr eine Heimat in der wilden Natur anzubieten : ist das wirklich so abwägig ?
    > so etwas müsste eigentlich faktisch als intelligente Form des Naturschutzes gelten.


 

 

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