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Futterliste

  1. #1
    Laurana Laurana ist offline
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    Futterliste

    Hallo

    Wir haben uns überlegt, dass wir einmal eine ausführliche Liste zusammen stellen könnten, um ganz grundlegende Fragen der Fütterung zu beantworten, da dies eine der meistgestellten Fragen ist und da es hier auch zu den größten Verunsicherungen bei frischgebackenen Rennmaushaltern kommt.

    Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit!

    Das soll heißen, sie basiert natürlich auf der Meinung der Autoren. Jeder darf gerne andere Meinung sein und jeder kann natürlich denken was er/sie will
    Wir möchten damit keine Diskussionen abwürgen oder so, aber bleibt dabei bitte freundlich. Gerade Futterdiskussionen scheinen häufig sehr emotional geführt zu werden, wie alle anderen Glaubensfragen halt auch.

    --------------------------


    Trinken


    Wasser!
    Man hört oft das Rennmäuse mit dem auskommen, was sie über das Frischfutter aufnehmen. Ja, das mag stimmen, es gibt schließlich auch Beispiele bei Rennmaushaltern, wo das so klappt. Es empfiehlt sich jedoch auch Rennmäusen (die im übrigen keine WÜSTENrennmäuse sind) einfach immer frisches Wasser anzubieten. Ob sie dieses Angebot wahrnehmen oder nicht ist zweitrangig, wenn sie es tatsächlich brauchen ist dann immer etwas erreichbar.

    Tees & Nagertrank & Co.:
    Gute Frage eher nein, man tut Mäusen mit Abwechslung nur bedingt einen Gefallen. Bei einer kranken Maus kann man versuchen ihnen Tee anzubieten (mit dem TA
    absprechen!), für gesunde Mäuse halte ich für meinen Teil absolut nichts davon, genauso wie von diesem gefärbten, gesüßten Nagertrunk den keiner braucht und auch keine verdünnten Gemüse/Obstsäfte. Das versaut einem nur die Wasserflasche, weil in diesen mit Nährstoffen angereicherten "Getränken" wachsen Algen, Pilze und Bakterein gleich viel besser und diese dann wieder los zu werden erreicht man am besten dadurch, das man eine neue Flasche kauft.

    Trockenfutter:

    Rennmäuse stellen von Art zu Art etwas unterschiedliche Ansprüche an ihr Hauptfutter.
    Bei der Futterauswahl für Mongolische Rennmäuse sollte man grundsätzlich zwei Dinge im Hinterkopf behalten: 1. sind unserer Renner grundsätzlich an karge Ernährung angepasst, daran wird auch die Domestikation so schnell nichts ändern und 2. besteht bei den Tieren vermutlich eine erhöhte Diabetes Neigung.

    Grundsätzlich eigenet sich: Mäusefutter, Rennmausfutter (oft Gerbilfutter genannt) oder Zwerghamsterfutter

    Viele fertige Rennmaushauptfutter stellen einen Anspruch darauf, alles zu bieten was die Maus braucht. Darauf kann man sich allerdings nur bei den wenigstens Futtern verlassen und wenn die Mäuse auch tatsächlich alle Bestandteile fressen. Wenn man Fertigfutter kauft, sollte man also genau auf die Packung gucken, was einem da angeboten wird und wie es von den Mäusen angenommen wird.

    Ausschließlich Futter, das für eine andere Tierart bestimmt ist, zu füttern empfiehlt sich nur bei gutem Zwerghamsterfutter.
    Meerschweinchen- und Chinchillafutter etc. ist für Rennmäuse eher nur bedingt geeignet und sollte besser nicht über einen langen Zeitraum als Alleinfutter gegeben werden.

    Ein gutes Rennmausfutter sollte einen Rohfettanteil von etwa 3-5% haben und sollte möglichst ausschließlich aus Samen mit einem hohen Anteil feinen Sämereien (wie. z.B. Hirse, Glanz etc.) bestehen.

    Was eher nicht in ein Rennmausfutter gehört:

    - Bäckereierzeugnissen, pflanzlichen und tierischen Nebenerzeugnisse sollte man eher skeptisch gegenüberstehen, was ist es wohl, was der Futtermittelhersteller hinter dem Ausdruck „pflanzliches Nebenerzeugnis“ verbirgt?
    - Zuckerhaltige Dinge wie: Honig, Zucker, Melasse, Zuckerrübensirup, Glukose, Johannisbrot und eigentlich auch Trockenobst
    - zu viel fette Saaten wie z.B. Sonnenblumen und Kürbiskerne, Hanf etc.
    - Presslinge, Pellets, Kroketten, allein, weil man auch hier nicht weiß, was drin ist und auch die Zusammensetzung auf den Packungen nicht angegeben wird. Kroketten im speziellen werden übrigens nicht selten in Fett ausgebacken.

    Gutes Fertigfutter ist das Dr. Clauders Topmix für Mäuse und das WitteMolen County für Mäuse. Leider sind beide Futter nur schwer im Handel zu bekommen, aber man findet es mittlerweile in vielen eShops.

    Gut bewährt hat sich bei vielen Rennmaushaltern die Trockenfuttermischung von Ralf Sistermann (Rodent-Info.net - Die Infoseite rund um Kleinsäuger) bestehend aus:

    50% Wellensittichfutter
    20% Kanarienfutter
    30% Grassamen

    Selbst mischen ist eine sehr heikle Angelegenheit (!!) und sollte man nur in Angriff nehmen, wenn man sich wirklich mit der Materie auskennt, wobei nicht gemeint ist zum Beispiel dieses Rezept zu kopieren, sondern wirklich selbst eine Futtermischung frei zu „komponieren“. Damit ist auch gemeint Meerschweinchenfutter oder ähnliches einfach mit Vogelfutter zu verlängern!

    Um die Frische und Qualität der Futters zu prüfen, sollte man unbedingt vorm mischen eine Keimprobe machen! Wenn die verwendeten Saaten nicht mehr keimfähig sind, kann es zu Mangelerscheinungen bei den Tieren kommen. Und bei jemdem Trockenfutter ist zu beachten, dass es als Alleinfutter nicht ausreichend ist. Die Tiere sollten immer Frischfutter dazu bekommen.

    Frischfutter:

    Auch da gibt es viele Philosophien. Wie schon erwähnt leben Renner in ihrem ursprünglichen Habitat unter eher kargen Bedingungen. Dort finden sie höchstens in Ausnahmefällen einmal Früchte und die normale Ernährung dort beschränkt sich eher auf Wurzeln, Zwiebeln und Blätter und Samen der Pflanzen. Dementsprechend empfiehlt es sich, bei der Fütterung Gemüse und Kräuter deutlich zu bevorzugen, da dies eher dem natürlichen Nahrungsspektrum der Tiere entspricht und der in Früchten enthaltene Fruchtzucker, ebenfalls zu einer Diabetes führen könnte. Obst sollte nach Möglichkeit ein eher seltenes Leckerchen bleiben.
    Grundsätzlich sind hier wirklich frische Produkte gemeint und keine konservierten.

    Wurzelgemüse/Knollen:
    geeignet


    Rote Beete
    Möhren/Karotten (selten!! Zu behandeln wie Obst!)
    Sellerie
    Petersilienwurzel
    Topinambur
    Pastinak
    Kartoffeln (unbedingt darauf achten das sie nicht keimen und nicht grün sind!)
    Gelbe Rüben
    Steckrübe
    Futterrüben
    Schwarzwurzeln

    ungeeignet

    Zuckerrüben
    Radieschen
    Rettich

    Gemüse:
    geeignet


    Mangold
    Spinat
    Salate (als Saisongemüse und in Maßen)
    Tomate
    Gurke
    Fenchel
    Paprika (alle Farben)
    Zucchini
    Chicorre
    Broccoli
    Mais
    Kürbis
    Kohlrabi

    ungeeignet
    Zwiebeln
    Aubergine
    Kohl
    Blumenkohl

  2. #1
    Anzeige Laurana ist offline

    Futterliste

    Hast du schon mal einen Blick in den Ratgeber für Rennmäuse von Anja geworfen? Sie schreibt dort vieles Wissenswertes über die Haltung, Pflege und Beschäftigung - auch mit Videos. Vielleicht hilft dir das ja weiter?

  3. #2
    Laurana Laurana ist offline
    Supermauserator
    Registriert seit
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    2.965
    Obst (immer ohne Kerne/Steine anbieten!!! Nur kleine Mengen):
    geeignet

    Apfel
    Aprikosen
    Esskastanien/Maronen
    Erdbeeren
    Birnen
    Kirschen
    Weintrauben
    Melonen
    Banane
    Pflaumen
    Himbeeren
    Heidelbeeren
    Pfirsich
    Nektarine

    Ungeeignet

    Zitrusfrüchte (Orange, Zitrone Mandarine etc.)
    Kiwi
    Ananas

    Kräuter:

    Basilikum
    Petersilie
    Liebstöckl/Maggikraut
    Kapuzinerkresse
    Minze

    Wildkräuter:

    Hier sind die wissenschaftlichen Nahmen mit angegeben, da manche Pflanze unterschiedliche Trivialnamen hat

    Löwenzahn (Taraxacum officinale)
    Breitwegerich (Plantago major)
    Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
    Miere (Minuartia)
    Gänseblümchen (Bellis perenis)
    wilde Möhre (Daucus carota)
    Brennessel (Urticacae) junge Triebe
    Taubnessel (Lamium album)
    Hirtentäschel (Capsella bursa pastores)
    Schafgarbe (Achillea millefolium)
    Kamille (Chamomilla/Matricaria recutita)
    Süßgräser alles Art (Poacea)
    Giersch (Aegopodium podagraria)
    Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris)
    Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)
    Klee (eigentlich alle Sorten, wenn auch nicht im Übermass -> Oxalsäure, besonders beliebt bei meinen, Steinklee und Hasenklee)
    Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
    Gartenschaumkraut (Cardamine hirsuta)
    Claytonia (Claytonia perfoliata)

    Äste/Zweige/Laub:

    Obstbaumlaub (ja auch Kirsche und anderes Steinobst)
    Birke
    Eberesche (nur das Laub)
    Buche
    Haselnusslaub
    Weidenlaub
    Erdbeerblätter
    Laub von Himbeeren & Brombeeren (nach entfernen von Stacheln versteht sich)

    Pilze

    Man kann Speisepilze verfüttern, es muss einem halt nur klar sein, dass so ein Pilz im Vergleich zu Gemüse und Kräutern kaum einen Nährwert hat. Pilze haben häufig eine gute Menge an Kalium, Phosphor und Vitamin B zu bieten, aber halt ansonsten "nicht viel". Eiweiß hat so ein Pilz noch zu bieten, aber wenn die Mäuse regelmäßig tierisches Eiweiß bekommen, dann ist das halt auch nicht so wichtig. So ein Pilz besteht halt hauptsächlich auch Wasser und Chitin, das Erstere hat keinen Nährwert und Zweiteres kann nicht verdaut werden, also auch Fehlanzeige.

    Mit anderen Worten, man kann Pilze verfüttern, aber es erscheint recht unsinnig...


    Tierische Eiweiß:

    Rennmäuse sind keine Veganer! Zu einer ausgewogenen Ernährung gehört hin und wieder auch etwas tierisches Eiweiß, dass man auch nicht säugenden Tieren anbieten sollte.

    - Mehlwürmer
    - Zoophobas
    - Heuschrecken
    - Heimchen
    - Katzenfutter
    - Hundefutter
    - Gammarus (Bachflohkrebse)
    - Insektenfutter (für Vögel)
    - Eifutter (für Vögel)
    - Ei
    - gekochtes ungewürztes Fleisch (Hühnchen o.ä.)
    - ganz frisches Tartar oder ungewürztes Mett


    Man sollte auf keinen Fall Wiesenplankton selbst fangen. Gerade bei Heuschrecken stehen viele Arten unter Schutz!

    Rennmäuse dürfen auf keinen Fall Milch bekommen, da sie wie eigentlich fast alle Tiere außer dem Menschen Laktoseintolerant sind! Lactose wird im Joghurt usw. von Mikroorganismen abgebaut, deshalb kann man ungesüßte Milchprodukte ohne Fruchtzusätze o.ä. als Alternative füttern. Das sollte man aber eher ein Notnagel sein. Die Verfütterungen von Insekten/Fleisch sollte man immer bevorzugen.

    Teil 2:

    Mineral/Salzstein:
    Noch so eine Gretchenfrage. Prinzipiell ist ein Mineralstein nicht verkehrt, das hat etwas damit zu tun, das das Verhältnis von Calcium zu Phosphor das die Rennmaus braucht durch normales Futter meist nicht hergestellt werden kann. Deshalb ist ein zusätzliche Calciumzufuhr durch einen Mineralsstein wünschenswert. Ein Mineralstein sollte möglichst aus Calciumcarbonat sein, da Kreide besser aufgenommen werden kann als das ebenfalls häufig verwendete Calciumsulfat (Gips). Neben den Steinen die für Nager angeboten werden, lohnt es sich auch nach Taubenkuchen oder anderen für Vögel angebotenen Produkten zu gucken.

    Wenn die Mäuse den Stein nur aus langeweile zerstören/fressen, sollte man die Steine einfach portioniert anbieten, weil auch hier wie bei allem anderen gilt, dass zuviel nie gut ist. Wenn Mäuse anfangen ihren Badesand zu fressen, ist das übrigens häufig ein deutliches Zeichen, das sie versuchen diesen Mineralmangel auszugleichen.
    Salzsteine dagegen brauchen Rennmäuse wie wohl die meisten anderen Tiere nicht.

    Leckerchen & Zusatzfutter:
    Nüsse, Kolbenhirse, Rispenhirse, Getreideähren Pinienkerne, Mandeln, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, getrocknete Hagebutten, Knäckebrot, Trockenfrüchte (wirklich selten!!!!)

    Ungeeigent:
    Käse, Speck, Drops, Johanisbrot, gezuckerte Cornflakes, die meisten Knabberstangen (gezuckert), Bisquits und der ganze andere schön verpackte Blödsinn die V.-kraft und Co. anbieten und natürlich gewürzte und stark gesüßte "Menschennahrung", wie zum Beispiel Schokolade, Kekse etc.

    Vitaminzusätze/pasten:
    Grundsätzlich kann man auch diese Frage nicht beantworten. Bei einer vernünftigen ausgewogenen Ernährung braucht keine Maus, genauso wie kein Mensch, irgendwelche Vitaminzusätze. Zu viele Vitamine können auch Schaden. Wenn eine Maus krank ist, kann man sich darüber nochmal Gedanken machen, dann kann es auch sinnvoll sein, das Wasser beispielsweise mit Vitamintropfen zu versetzten oder ein Pulver übers Futter zu streuen. Das sollte aber auch besser in Absprache mit einem TA geschehen.

    Wenn man der Meinung ist, dass die Mäuse mehr Vitamine brauchen, dann sollte man sich lieber Keimfutter halten. Wie das funktioniert ist auch ausführlich auf der Seite von Ralf Sistermann erklärt.

    ---------


    Wer Rechtschreibfehler und eigenartige Satzkonstrukte findet, darf sie behalten ...

    Oder wenn er mutig und freundlich genug ist, kann mir deshalb ne PN schicken, dann werd ich mich dem nochmal annehmen.

 

 

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